sind wir süchtig?
Gestern, als ich mal wieder die halbe Nacht vor meinem Computer verbracht habe, kam ich nicht umher mich zu fragen, ob wir eigentlich süchtig sind nach dem Internet, dem Web2.0 und den social networks. Können wir noch ohne leben? Dieses Thema wurde ja schon bei der Werbung für die Welt Kompakt angesprochen. Was wären wir wohl ohne Google?
Manchmal überlege ich mir, ob unser Gedächtnis unter dem ständigen “googlen” leidet?! Was müssen wir uns denn schon noch merken außer dieser einen Website. Alles andere finden wir dort: sei es der Name des Schauspielers, der uns gerade nicht einfällt oder die Formel zur Berechnung des Kreisumfangs.
Gut, die Frage, die sich da anschließt ist, ob wir uns dank Google solche Dinge überhaupt noch merken müssen. Aber es sind ja auch noch die anderen Verlockungen des WWW, die uns zu Junkies machen. Nehmen wir doch mal Facebook.
Meine Mutter wollte von mir letztens den Sinn dieser Institution erklärt bekommen und wissen, aus welchem Grund man sich dort anmeldet. Versucht das mal bitte zu erklären. Das ist gar nicht so einfach. Und man muss sich dann zwangsläufig auch selbst fragen, welchen Sinn es eigentlich hat, dass man jedem erzählt, was man zum Mittag hatte oder Verabredungen über die Wall klärt. Es ist billiger als anzurufen, gut, das ist ein Punkt, aber es erklärt nicht unser extremes Mitteilungsbedürfnis.
Facebook ist definitiv die Droge unserer Generation. Da kann man natürlich auch noch andere Webdienste dazu zählen. Können wir noch ohne? Ich habe heute eine Umfrage gestartet. Bis jetzt glaubten alle, ohne FB zu können, fanden es aber sinnlos, dann auch mal eine Woche zum Test zu verzichten. Ist das nicht die typische Junkieantwort? “Natürlich könnte ich ohne, aber wozu?” Das habe ich schon von so vielen Rauchern gehört.
Beweist das jetzt, dass das Internet die Designerdroge unserer Generation ist? Ich habe noch keine Antwort.