obdachlos…was tun? das moderne Jesusmärchen..
Shelter, der englische Ausdruck für Obhut, Unterkunft oder wörtlich Stall. Besonders in der besinnlichen Weihnachtszeit erinnert man sich gern daran, wie wichtig es ist, an Mitmenschen zu denken und armen, verlassenen Seelen ein wenig Obhut zu gewähren. Diese Einstellung des modernen Menschen rührt sicherlich daher, dass uns die Jesus Geschichte daran erinnert, wie wichtig ein Stall in einer kalten Winternacht sein kann. Hätte es diesen Stall nicht gegeben, hätten wir heute kein Christentum und würden vielleicht alle an die altrömischen Götter glauben oder was auch immer.

Aber gut, darum geht es mir heute eigentlich nicht. Die Frage ist, wie aktuell das Jesusmotiv heute noch ist. Anlass, darüber nachzudenken, gab mir die Website Wikileaks, die ja spätestens seit Montag in aller Munde ist. Vor dem Skandal wurde sie Page Opfer eines Hackerangriffs und siedelte deswegen um. Gründer Julian Assange schaffte es, seine Seite bei dem Onlineshop Riesen Amazon unterzubringen, was für beide Seiten PR-technisch mehr als günstig war. Doch unglücklicherweise veröffentlichten Wikileaks nur ein paar Tage später jene brisanten Dokumente, die die politische Welt heftig ins Schwanken brachten.
Man vermutet, dass es vor allem der politische Druck war, der Amazon dazu veranlasste, die Seite nach dem Skandal wieder von Server zu kicken, denn unter wikileaks.com kann man nun nichts mehr finden. Was also tun mit einer Seite, die uns gut in einen dritten Weltkrieg stürzen könnte? Sollte man froh darüber sein oder der freien Meinungsäußerung auch soweit zustimmen, dass es eben einen Krieg auslöst.
Ich finde, dass Diplomatie ein sehr altes und traditionsreiches Business ist und man sich 2mal überlegen sollte, ob man in dieses Wespennest sticht oder lieber nicht. Aber zurück zur Jesusproblematik: Nun hat man also diese ungeliebte Seite und die Frage ist, sollte man ihr Obdach gewähren oder nicht? Einen neues Messias wird sie nun nicht gebären, aber vielleicht zählt es ja auch zum Grundrecht, sie bestehen zu lassen. ich kann und will diese Frage nicht beantworten.
Fest steht nur, dass wikileaks seinen Patron gefunden hat und zwar in dem Land, das sich sowieso noch nie um Diplomatie oder Zusammenarbeit gekümmert hat. Unter wikileaks.ch kann man nun wieder ungestört durch die geheimen Dokumente der US Diplomaten blättern. Nun müssten wir nur noch schauen, ob daraus wieder eine Weltreligion entsteht oder etwas schlimmeres.
Die Luft wird wohl für wikileaks dünner und dünner. Amazon hat nun wikileas von ihren Servern geschmissen. Es ist klar, dass sich ein amerikanisches Unternehmen dem Druck aus der Politik beugen muss. prominente amerikanische Senator Joe Lieberman rief indes andere Länder und Unternehmen zum Boykott von Wikileaks auf. Wenn man wikileaks die technischen Möglichkeiten entzieht, können natürlich keine Veröffentlichungen mehr erfolgen. Ich frage mich, ob dann so prominente Seiten, wie der Spiegel dann in die Bresche spingen.
Diese Dokumente können wirklich eine Weltkrise auslösen. Ja, es könnte schlimmer sein